Elterngeld 2026: Was du als werdender Elternteil jetzt wissen musst
Nachwuchs ist unterwegs -- herzlichen Glückwunsch. Zwischen Vorfreude und Nestbau taucht irgendwann eine Frage auf, die weniger romantisch, aber umso wichtiger ist: Wie viel Elterngeld steht mir eigentlich zu? Und vor allem: Wie hole ich das Maximum heraus?
Die Antwort ist 2026 komplizierter als noch vor zwei Jahren. Die Bundesregierung hat das Elterngeld in mehreren Schritten reformiert: Die Einkommensgrenze wurde drastisch gesenkt, der gleichzeitige Bezug beider Elternteile eingeschränkt, und die Kombination aus Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus bietet zwar mehr Flexibilität -- aber auch mehr Stolperfallen.
In diesem Guide erklären wir dir alle Regelungen, die 2026 gelten, rechnen konkrete Beispiele durch und verraten dir sieben Strategien, mit denen du mehrere tausend Euro mehr Elterngeld bekommst. Berechne vorab mit unserem Elterngeld-Rechner dein voraussichtliches Elterngeld -- so weißt du sofort, wo du stehst.
Die wichtigsten Änderungen beim Elterngeld 2026 im Überblick
Bevor wir in die Details gehen, hier die Kurzfassung. Diese Neuerungen sind seit April 2025 in Kraft und gelten für alle Geburten ab diesem Zeitpunkt -- also auch für alle Kinder, die 2026 geboren werden:
| Regelung | Bis März 2024 | Ab April 2024 | Ab April 2025 (gilt 2026) |
|---|
| Einkommensgrenze Paare | 300.000 EUR | 200.000 EUR | 175.000 EUR |
| Einkommensgrenze Alleinerziehende | 250.000 EUR | 150.000 EUR | 175.000 EUR |
| Paralleler Basiselterngeld-Bezug | Frei wählbar | 1 Monat, nur in Monat 1-12 | 1 Monat, nur in Monat 1-12 |
| Basiselterngeld Höhe | 300-1.800 EUR | 300-1.800 EUR | 300-1.800 EUR |
| ElterngeldPlus Höhe | 150-900 EUR | 150-900 EUR | 150-900 EUR |
Die Beträge selbst haben sich seit 2007 nicht verändert -- was angesichts der Inflation bedeutet, dass das Elterngeld real an Wert verloren hat. Umso wichtiger, dass du die bestehenden Möglichkeiten optimal nutzt.
Wie wird das Elterngeld 2026 berechnet?
Die Berechnung des Elterngelds klingt einfach, hat aber einige Feinheiten, die den Unterschied zwischen 900 und 1.800 Euro im Monat ausmachen können.
Das Grundprinzip: 65 Prozent vom Netto
Das Basiselterngeld ersetzt 65 Prozent deines durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Genauer gesagt: der zwölf Kalendermonate vor dem Monat der Geburt. Bei Müttern zählen die zwölf Monate vor Beginn des Mutterschutzes.
Wichtig: Das Finanzamt rechnet nicht mit dem Netto, das auf deiner Gehaltsabrechnung steht. Stattdessen wird ein pauschales Elterngeld-Netto ermittelt. Dabei werden vom Brutto pauschale Abzüge für Steuern und Sozialabgaben vorgenommen. Das kann zu deinem Vorteil oder Nachteil ausfallen.
Die Ersatzrate: Wer wenig verdient, bekommt mehr
Nicht jeder bekommt genau 65 Prozent. Die Ersatzrate staffelt sich nach dem Einkommen:
| Nettoeinkommen vor der Geburt | Ersatzrate | Beispiel Elterngeld |
|---|
| Unter 1.000 EUR/Monat | Bis zu 100% | 800 EUR Netto = 800 EUR Elterngeld |
| 1.000 - 1.200 EUR/Monat | 67% | 1.100 EUR Netto = 737 EUR Elterngeld |
| 1.200 - 2.770 EUR/Monat | 65% | 2.000 EUR Netto = 1.300 EUR Elterngeld |
| Ab 2.770 EUR/Monat | 65%, max. 1.800 EUR | 3.500 EUR Netto = 1.800 EUR (Deckel) |
Bei einem Netto unter 1.000 Euro steigt die Ersatzrate für jede 2 Euro, die du weniger verdienst, um 0,1 Prozentpunkte. Bei 600 Euro Netto wären das also 87 Prozent Ersatzrate, was 522 Euro Elterngeld ergibt.
Der Mindestbetrag: 300 Euro für alle
Selbst wer vor der Geburt gar kein Einkommen hatte -- etwa Studierende oder Hausfrauen und Hausmänner -- erhält den Mindestbetrag von 300 Euro Basiselterngeld pro Monat. Beim ElterngeldPlus sind es mindestens 150 Euro.
Konkretes Rechenbeispiel: Familie Müller
Nehmen wir ein Beispiel. Lisa Müller (30) verdient als Marketingmanagerin 3.800 Euro brutto im Monat. Ihr pauschales Elterngeld-Netto liegt bei rund 2.480 Euro.
Basiselterngeld: 2.480 EUR x 65% = 1.612 Euro pro Monat
Das sind 19.344 Euro für zwölf Monate Elternzeit. Berechne deine individuelle Situation mit unserem Elterngeld-Rechner -- dort kannst du dein Bruttoeinkommen eingeben und bekommst sofort eine Schätzung.
Die drei Elterngeld-Varianten im Detail
Das Elterngeld gibt es in drei Varianten, die du miteinander kombinieren kannst. Die richtige Kombination hängt von deiner Lebenssituation ab -- willst du voll zu Hause bleiben, in Teilzeit arbeiten oder die Elternzeit partnerschaftlich aufteilen?
Variante 1: Basiselterngeld
Das Basiselterngeld ist der Klassiker. Du bekommst 65 Prozent deines Nettos (mindestens 300, höchstens 1.800 Euro) für maximal 12 Monate. Nimmt der andere Elternteil mindestens zwei Monate Elternzeit, werden daraus 14 Monate (die sogenannten Partnermonate). Alleinerziehende können die vollen 14 Monate allein beanspruchen.
Ideal für: Eltern, die sich voll auf das Kind konzentrieren wollen und in dieser Zeit nicht arbeiten.
Variante 2: ElterngeldPlus
ElterngeldPlus ist die halbe Menge bei doppelter Dauer: Du erhältst maximal die Hälfte des Basiselterngelds (also 150 bis 900 Euro), dafür aber für bis zu 24 Monate. Der große Vorteil: Wenn du während der Elternzeit in Teilzeit arbeitest, wird das Teilzeiteinkommen beim ElterngeldPlus günstiger angerechnet.
Ideal für: Eltern, die während der Elternzeit 15 bis 32 Stunden pro Woche in Teilzeit arbeiten wollen.
Rechenbeispiel: Lisa Müller arbeitet 20 Stunden pro Woche und verdient damit 1.400 Euro netto. Ihr Basiselterngeld würde auf nur 702 Euro sinken (65% der Differenz zwischen altem und neuem Netto). Mit ElterngeldPlus bekommt sie stattdessen 806 Euro monatlich -- und das für doppelt so viele Monate.
Variante 3: Partnerschaftsbonus
Der Partnerschaftsbonus belohnt Paare, die sich die Kinderbetreuung teilen. Wenn beide Elternteile gleichzeitig zwischen 24 und 32 Stunden pro Woche arbeiten, gibt es zwei bis vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate pro Elternteil.
Ideal für: Paare, die nach der intensiven Anfangsphase beide in Teilzeit zurückkehren wollen.
Rechenbeispiel: Wenn Lisa und ihr Partner Tom beide den Partnerschaftsbonus für vier Monate nutzen und jeweils 28 Stunden arbeiten, bringt das nochmal bis zu 7.200 Euro zusätzliches Elterngeld für die Familie (4 Monate x 900 EUR x 2 Elternteile im Idealfall).
Kombination: So holst du das Maximum heraus
Die Varianten lassen sich mischen. Ein Monat Basiselterngeld kann in zwei Monate ElterngeldPlus umgewandelt werden. Hier ein Beispiel für eine optimale Aufteilung:
| Zeitraum | Lisa | Tom |
|---|
| Monat 1-2 | Basiselterngeld (1.612 EUR) | Basiselterngeld (1.430 EUR)* |
| Monat 3-12 | Basiselterngeld (1.612 EUR) | Arbeitet Vollzeit |
| Monat 13-14 | ElterngeldPlus (806 EUR) | ElterngeldPlus (715 EUR) |
| Monat 15-18 | Partnerschaftsbonus (806 EUR) | Partnerschaftsbonus (715 EUR) |
*Tom verdient 3.400 EUR brutto, Elterngeld-Netto ca. 2.200 EUR
Gesamtes Elterngeld der Familie: rund 27.000 Euro -- deutlich mehr als die knapp 20.000 Euro, die viele Familien bekommen, weil sie nur das Basiselterngeld nutzen.
Die Einkommensgrenze 2026: Wer bekommt kein Elterngeld mehr?
Die größte Änderung der letzten Jahre betrifft die Einkommensgrenze. Seit April 2025 liegt sie bei 175.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen -- und zwar einheitlich für Paare und Alleinerziehende.
Was "zu versteuerndes Einkommen" bedeutet
Achtung: Die 175.000 Euro beziehen sich nicht auf das Bruttoeinkommen, sondern auf das zu versteuernde Einkommen (zvE). Das ist der Betrag nach Abzug von Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen. In der Praxis bedeutet das:
- Brutto 200.000 EUR bei einem Paar kann zu einem zvE von 170.000 EUR führen -- Elterngeld gibt es noch
- Brutto 190.000 EUR mit wenig Abzügen kann ein zvE von 180.000 EUR ergeben -- kein Elterngeld mehr
Maßgeblich ist das zvE des Kalenderjahres vor der Geburt. Bei einer Geburt im September 2026 zählt also das zvE von 2025.
Wer ist betroffen?
Laut Berechnungen des Bundesfamilienministeriums verlieren durch die Absenkung auf 175.000 Euro rund drei Prozent der Elterngeld-Berechtigten ihren Anspruch. Das klingt wenig, betrifft aber tausende Familien -- vor allem in Großstädten mit hohem Einkommensniveau.
Berechne mit unserem Brutto-Netto-Rechner, wie hoch dein zu versteuerndes Einkommen ungefähr liegt. Wenn du nah an der Grenze bist, kann eine geschickte Gehaltsgestaltung im Jahr vor der Geburt den Unterschied machen.
Der Parallelbezug: Was sich geändert hat
Früher konnten beide Elternteile frei wählen, in welchen Monaten sie gleichzeitig Basiselterngeld beziehen. Seit April 2024 ist der gleichzeitige Bezug von Basiselterngeld auf maximal einen Monat beschränkt -- und dieser Monat muss innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate des Kindes liegen.
Ausnahmen von der Regel
Für bestimmte Familien gelten Ausnahmen. Der Parallelbezug bleibt uneingeschränkt möglich bei:
- Frühgeburten (mindestens sechs Wochen vor dem errechneten Termin)
- Mehrlingsgeburten (Zwillinge, Drillinge etc.)
- Kindern mit Behinderung
- Geschwisterkindern mit Behinderung, für die ein Geschwisterbonus gezahlt wird
Was bedeutet das in der Praxis?
Für die meisten Paare ändert sich der typische Ablauf: Der Vater nimmt jetzt oft zwei Monate Basiselterngeld direkt nach der Geburt (davon einen Monat parallel mit der Mutter), statt die Partnermonate flexibel über das Jahr zu verteilen. Oder er nutzt ElterngeldPlus für eine längere Teilzeitphase -- denn beim ElterngeldPlus gibt es keine Einschränkung des Parallelbezugs.
7 Strategien für mehr Elterngeld 2026
Jetzt wird es richtig spannend. Diese sieben Tipps können dir mehrere tausend Euro mehr Elterngeld bringen. Manche erfordern Vorausplanung, andere sind auch kurzfristig umsetzbar.
Tipp 1: Steuerklasse rechtzeitig wechseln -- bis zu 4.224 Euro mehr
Der wirkungsvollste Hebel: Der Elternteil, der später das meiste Elterngeld beziehen wird, sollte in Steuerklasse III wechseln. Der andere Elternteil nimmt dann Steuerklasse V.
Warum? Das Elterngeld wird auf Basis des pauschalen Elterngeld-Nettos berechnet. In Steuerklasse III ist dieses Netto deutlich höher als in Steuerklasse IV oder V.
Rechenbeispiel:
| Steuerklasse IV | Steuerklasse III |
|---|
| Brutto Lisa | 3.800 EUR | 3.800 EUR |
| Elterngeld-Netto | 2.480 EUR | 2.832 EUR |
| Elterngeld (65%) | 1.612 EUR | 1.841 EUR |
| Differenz pro Monat | | +229 EUR |
| Differenz bei 12 Monaten | | +2.748 EUR |
Bei höheren Einkommen kann die Differenz sogar bis zu 352 Euro pro Monat betragen -- das sind 4.224 Euro über die gesamte Bezugsdauer.
Wichtig: Der Steuerklassenwechsel muss mindestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes wirksam sein. Für eine Geburt im März 2027 solltest du also spätestens im Mai 2026 wechseln. Plane früh.
Tipp 2: Einmalzahlungen verschieben
Weihnachtsgeld, Prämien und Bonuszahlungen zählen nicht zum Elterngeld-relevanten Einkommen. Sie werden bei der Berechnung herausgerechnet. Aber: Regelmäßige Provisionen und Zuschläge zählen dazu.
Wenn du die Möglichkeit hast, prüfe mit deinem Arbeitgeber, ob bestimmte variable Gehaltsbestandteile als Einmalzahlung statt als laufender Bezug ausgezahlt werden können. Umgekehrt: Wenn regelmäßige Zulagen dein Elterngeld-Netto erhöhen, achte darauf, dass sie im Bemessungszeitraum gezahlt werden.
Tipp 3: Überstunden im Bemessungszeitraum aufbauen
Das Elterngeld basiert auf dem Durchschnittseinkommen der letzten zwölf Monate. Jeder Euro, den du in diesem Zeitraum mehr verdienst, erhöht dein Elterngeld um 65 Cent. Überstundenzuschläge, die als laufender Arbeitslohn gezahlt werden, zählen dazu.
Achtung: Überstundenvergütungen, die als Einmalzahlung ausgezahlt werden (z. B. gesammelte Überstunden am Jahresende), zählen nicht. Sprich mit deiner Personalabteilung, wie Überstunden bei euch abgerechnet werden.
Tipp 4: Elterngeld und Teilzeit clever kombinieren
Wenn du während der Elternzeit in Teilzeit arbeitest, lohnt sich ElterngeldPlus fast immer mehr als Basiselterngeld. Der Grund: Beim Basiselterngeld wird dein Teilzeiteinkommen voll angerechnet, beim ElterngeldPlus dagegen deutlich günstiger.
Nutze unseren Elterngeld-Rechner, um die verschiedenen Varianten für dein Einkommen durchzuspielen. Die Unterschiede können mehrere hundert Euro pro Monat ausmachen.
Tipp 5: Geschwisterbonus nicht vergessen
Wenn du weitere Kinder hast, die in deinem Haushalt leben, steht dir der Geschwisterbonus zu. Dein Elterngeld wird dann um 10 Prozent erhöht, mindestens aber um 75 Euro beim Basiselterngeld bzw. 37,50 Euro beim ElterngeldPlus.
Die Voraussetzung: Du hast mindestens ein Kind unter drei Jahren oder mindestens zwei Kinder unter sechs Jahren im Haushalt. Bei dem Rechenbeispiel von Lisa würde der Geschwisterbonus ihr Elterngeld von 1.612 auf 1.773 Euro erhöhen -- das sind über zwölf Monate fast 2.000 Euro mehr.
Tipp 6: Partnerschaftsbonus mitnehmen
Viele Eltern wissen gar nicht, dass es den Partnerschaftsbonus gibt. Wenn du und dein Partner nach der intensiven Elternzeit beide in Teilzeit zurückkehrt (24 bis 32 Stunden pro Woche), bekommt ihr bis zu vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate pro Person. Das ist bares Geld, das viele Familien liegen lassen.
Praxis-Tipp: Viele Arbeitgeber bieten ohnehin flexible Teilzeitmodelle nach der Elternzeit an. Wenn ihr das sowieso plant, beantragt unbedingt den Partnerschaftsbonus -- er kostet euch nichts, bringt aber bis zu 7.200 Euro zusätzlich.
Tipp 7: Nahe an der Einkommensgrenze? Zu versteuerndes Einkommen optimieren
Wenn euer gemeinsames Einkommen nah an der Grenze von 175.000 Euro liegt, könnt ihr durch gezielte Abzüge das zu versteuernde Einkommen senken. Möglichkeiten gibt es einige:
- Riester- oder Rürup-Beiträge erhöhen
- Kirchensteuer zahlen (wenn ausgetreten, ggf. abwägen)
- Werbungskosten geltend machen (Fortbildungen, Fachliteratur, Arbeitsmittel)
- Sonderausgaben ausschöpfen (Spenden, Vorsorgeaufwendungen)
- Betriebliche Altersvorsorge über Entgeltumwandlung nutzen
Berechne mit unserem Brutto-Netto-Rechner, wie sich diese Maßnahmen auf dein Einkommen auswirken. Und sprich in jedem Fall mit einem Steuerberater -- die Investition lohnt sich, wenn es um den Unterschied zwischen 0 und 21.600 Euro Elterngeld geht.
Elterngeld beantragen: So gehst du vor
Die Berechnung ist das eine -- den Antrag richtig stellen das andere. Hier die wichtigsten Schritte:
Wann beantragen?
Du kannst den Antrag erst nach der Geburt stellen. Elterngeld wird maximal drei Monate rückwirkend gezahlt. Das heißt: Wenn dein Kind am 1. März geboren wird, solltest du den Antrag spätestens Ende Mai einreichen.
Tipp: Bereite den Antrag schon vor der Geburt vor. Die Formulare deines Bundeslandes kannst du vorab herunterladen und fast vollständig ausfüllen. Nach der Geburt musst du dann nur noch die Geburtsurkunde und die letzten Gehaltsnachweise ergänzen.
Welche Unterlagen brauchst du?
- Geburtsurkunde des Kindes (im Original oder beglaubigte Kopie)
- Einkommensnachweise der letzten 12 Monate (Gehaltsabrechnungen)
- Bescheinigung des Arbeitgebers über Mutterschutz und Zuschuss
- Steuerbescheid oder Steuererklärung bei Selbstständigen
- Nachweis über Krankenversicherung
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Die Bearbeitungszeit variiert je nach Bundesland und Elterngeldstelle stark -- von vier Wochen bis zu drei Monaten. In Bayern und Baden-Württemberg geht es tendenziell schneller, in Berlin und NRW kann es länger dauern. Die gute Nachricht: Das Elterngeld wird rückwirkend ab Geburt gezahlt, auch wenn der Bescheid erst später kommt.
Elterngeld und Steuern: Was du wissen musst
Das Elterngeld ist steuerfrei -- aber es unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Es wird zwar nicht direkt besteuert, erhöht aber den Steuersatz, der auf dein übriges Einkommen angewendet wird.
Was bedeutet das konkret?
Wenn du im Jahr 2026 sechs Monate arbeitest und sechs Monate Elterngeld beziehst, wird das Elterngeld bei der Einkommensteuererklärung auf dein Arbeitseinkommen draufgeschlagen, um den Steuersatz zu bestimmen. Der höhere Steuersatz wird dann aber nur auf das Arbeitseinkommen angewendet.
Rechenbeispiel: Lisa arbeitet sechs Monate (Brutto 22.800 EUR) und bezieht sechs Monate Elterngeld (9.672 EUR). Bei der Steuererklärung wird der Steuersatz so berechnet, als hätte sie 32.472 EUR verdient. Der höhere Steuersatz wird aber nur auf die 22.800 EUR angewendet. Die Nachzahlung liegt typischerweise bei 500 bis 1.500 Euro -- je nach Gesamteinkommen und Steuerklasse.
Bereite dich auf die Steuererklärung vor -- in unserem Guide zur Steuererklärung 2025 findest du alle Tipps, wie du das Maximum herausholst. Und berechne mit dem Pendlerpauschale-Rechner, ob du für die Monate mit Arbeitsweg weitere Werbungskosten geltend machen kannst.
Häufige Fehler beim Elterngeld -- und wie du sie vermeidest
Jedes Jahr verschenken tausende Familien Geld, weil sie vermeidbare Fehler machen. Hier die häufigsten:
Fehler 1: Zu spät an die Steuerklasse denken. Der Wechsel muss sieben Monate vor dem Mutterschutz wirksam sein. Wer erst im achten Schwangerschaftsmonat daran denkt, hat Pech.
Fehler 2: Nur Basiselterngeld beantragen. Viele Familien nutzen weder ElterngeldPlus noch den Partnerschaftsbonus -- und verschenken damit bis zu 10.000 Euro.
Fehler 3: Parallelbezug falsch planen. Seit April 2024 ist der gleichzeitige Basiselterngeld-Bezug auf einen Monat begrenzt. Wer das nicht weiß, muss die Planung nachträglich ändern und verliert möglicherweise Monate.
Fehler 4: Einkommensgrenze übersehen. Paare mit einem gemeinsamen zvE knapp über 175.000 Euro verlieren den kompletten Anspruch. Nicht die Hälfte, nicht anteilig -- alles.
Fehler 5: Antrag zu spät einreichen. Elterngeld wird maximal drei Monate rückwirkend gezahlt. Wer den Antrag sechs Monate nach der Geburt stellt, verliert drei Monate Elterngeld.
FAQ: Die häufigsten Fragen zum Elterngeld 2026
Wie hoch ist das Elterngeld 2026?
Das Basiselterngeld beträgt 65 bis 67 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt, mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro pro Monat. Bei Nettoeinkommen unter 1.000 Euro kann die Ersatzrate auf bis zu 100 Prozent steigen.
Wie lange bekommt man Elterngeld 2026?
Basiselterngeld wird für maximal 12 Monate gezahlt, bei Inanspruchnahme der Partnermonate für bis zu 14 Monate. ElterngeldPlus kann für bis zu 24 Monate bezogen werden. Mit dem Partnerschaftsbonus kommen noch bis zu vier zusätzliche Monate pro Elternteil hinzu.
Wer bekommt 2026 kein Elterngeld mehr?
Eltern mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von über 175.000 Euro haben keinen Anspruch auf Elterngeld. Das gilt seit April 2025 einheitlich für Paare und Alleinerziehende. Maßgeblich ist das Einkommen im Kalenderjahr vor der Geburt.
Lohnt sich ein Steuerklassenwechsel für mehr Elterngeld?
Ja, der Steuerklassenwechsel ist die wirkungsvollste Strategie für mehr Elterngeld. Wechselt der Elternteil, der später Elterngeld bezieht, in Steuerklasse III, kann das bis zu 352 Euro mehr Elterngeld pro Monat bedeuten. Der Wechsel muss aber mindestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes wirksam sein.
Kann ich während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten?
Ja, du darfst während des Elterngeldbezugs bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten. In diesem Fall wird dein Teilzeiteinkommen auf das Elterngeld angerechnet. Beim ElterngeldPlus ist die Anrechnung günstiger als beim Basiselterngeld, weshalb sich die Plus-Variante bei Teilzeitarbeit fast immer mehr lohnt.
Wird das Elterngeld versteuert?
Das Elterngeld selbst ist steuerfrei. Es unterliegt allerdings dem Progressionsvorbehalt, das heißt: Es erhöht den Steuersatz, der auf dein übriges Einkommen angewendet wird. Dadurch kann es bei der Einkommensteuererklärung zu einer Nachzahlung kommen.
Fazit: Früh planen zahlt sich aus
Das Elterngeld 2026 bietet Familien trotz der Einschränkungen eine solide finanzielle Basis für die erste Zeit mit dem Nachwuchs. Der Schlüssel liegt in der frühen Planung: Wer rechtzeitig die Steuerklasse wechselt, die richtige Kombination aus Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus wählt und die Einkommensgrenze im Blick behält, kann über die gesamte Bezugsdauer mehrere tausend Euro mehr herausholen.
Starte am besten jetzt: Berechne mit unserem Elterngeld-Rechner dein voraussichtliches Elterngeld und probiere verschiedene Szenarien durch. Und vergiss nicht, auch den Brutto-Netto-Rechner zu nutzen, um dein zu versteuerndes Einkommen im Blick zu behalten.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Die genannten Beträge und Regelungen beziehen sich auf den Stand März 2026. Bei Fragen zu deinem konkreten Fall wende dich an deine Elterngeldstelle oder einen Steuerberater.