Bundestag beschließt das Altersvorsorgedepot: Was jetzt feststeht
Es ist offiziell: Am 27. März 2026 hat der Bundestag das Altersvorsorgereformgesetz beschlossen. Damit steht fest, dass die neue staatlich geförderte Altersvorsorge am 1. Januar 2027 an den Start geht. Nach jahrelanger Diskussion, einem gescheiterten ersten Anlauf in der letzten Legislaturperiode und zähen Verhandlungen im Finanzausschuss ist das Altersvorsorgedepot nun Realität.
Und es gibt eine gute Nachricht für alle, die unseren ersten Artikel zum Altersvorsorgedepot gelesen haben: Der Finanzausschuss hat den Gesetzentwurf in letzter Minute noch nachgebessert. Die Zulagen sind höher als ursprünglich geplant, die Kostendeckelung ist strenger und Selbstständige sind erstmals förderberechtigt. Berechne jetzt mit unserem Altersvorsorgedepot-Rechner, wie viel staatliche Förderung du persönlich bekommst.
Was hat sich gegenüber dem Regierungsentwurf geändert?
Der Finanzausschuss hat kurz vor der Abstimmung noch wichtige Änderungen am Gesetzentwurf vorgenommen. Hier die Unterschiede im Überblick:
| Merkmal | Regierungsentwurf | Finaler Beschluss |
|---|
| Grundzulage (erste Stufe) | 30 % auf bis zu 1.200 EUR | 50 % auf erste 360 EUR |
| Grundzulage (zweite Stufe) | 20 % auf 1.200-1.800 EUR | 25 % auf 360-1.800 EUR |
| Maximale Grundzulage | 480 EUR/Jahr | 540 EUR/Jahr |
| Max. Effektivkosten Standardprodukt | 1,5 % | 1,0 % |
| Kinderzulage | 25 Cent pro Euro | 1:1 Matching |
| Max. Eigenbeitrag pro Vertrag | - | 6.840 EUR/Jahr |
| Maximale Vertragsanzahl | - | 2 Verträge |
Die Anhebung der Grundzulage von 480 auf 540 Euro klingt nach einem kleinen Unterschied -- über 30 Jahre Ansparphase macht das durch den Zinseszinseffekt aber leicht mehrere tausend Euro aus. Prüfe die Auswirkung auf dein persönliches Ergebnis mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner.
Das finale Zulagensystem im Detail
Das beschlossene Fördermodell ist ein zweistufiges System mit Grund-, Kinder- und Berufseinsteigerzulage.
Grundzulage: Bis zu 540 Euro vom Staat
Die Grundzulage funktioniert jetzt über zwei Förderstufen:
| Eigenbeitrag pro Jahr | Förderquote | Maximale Zulage |
|---|
| Erste 360 EUR | 50 % (50 Cent pro Euro) | 180 EUR |
| 360 bis 1.800 EUR | 25 % (25 Cent pro Euro) | 360 EUR |
| Gesamt bei 1.800 EUR Eigenbeitrag | | 540 EUR |
Das bedeutet konkret: Wer monatlich 150 Euro in sein Altersvorsorgedepot einzahlt, erhält die volle Grundzulage von 540 Euro pro Jahr geschenkt. Aus deinen 1.800 Euro werden also automatisch 2.340 Euro, die am Kapitalmarkt für dich arbeiten.
Aber auch mit kleinen Beträgen lohnt sich das Depot: Wer nur 30 Euro im Monat einzahlt (360 Euro/Jahr), bekommt 180 Euro Zulage -- eine Förderquote von satten 50 Prozent. Das ist besonders für Geringverdiener und Berufseinsteiger attraktiv.
Kinderzulage: 1:1 Matching bis 300 Euro pro Kind
Für jedes kindergeldberechtigte Kind gibt es eine zusätzliche Zulage nach dem 1:1-Matching-Prinzip: Für jeden Euro, den du einzahlst, legt der Staat einen Euro für dein Kind obendrauf -- maximal 300 Euro pro Kind und Jahr.
Rechenbeispiel Familie mit zwei Kindern:
| Position | Betrag pro Jahr |
|---|
| Eigenbeitrag | 1.800 EUR |
| Grundzulage | 540 EUR |
| Kinderzulage Kind 1 (1:1, max 300 EUR) | 300 EUR |
| Kinderzulage Kind 2 (1:1, max 300 EUR) | 300 EUR |
| Gesamteinzahlung ins Depot | 2.940 EUR |
| Davon staatliche Förderung | 1.140 EUR |
Eine Familie, die 150 Euro monatlich einzahlt, bekommt also 1.140 Euro Zulagen vom Staat. Das entspricht einer Förderquote von über 63 Prozent auf den Eigenbeitrag. Berechne dein individuelles Ergebnis mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner.
Berufseinsteigerbonus: 200 Euro geschenkt
Wer vor dem 25. Lebensjahr ein Altersvorsorgedepot eröffnet, erhält einmalig 200 Euro als Bonus. Das klingt nach einem kleinen Betrag -- aber investiert über 40 Jahre bei 7 Prozent Rendite werden daraus rund 3.000 Euro. Ein geschenkter Tausender pro Jahrzehnt, nur weil du früh angefangen hast.
Steuervorteile: So wirkt der Sonderausgabenabzug
Neben den Zulagen profitierst du zusätzlich vom Sonderausgabenabzug. Der funktioniert so: Du kannst deinen Eigenbeitrag (maximal 1.800 Euro) plus deinen Zulageanspruch als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Das Finanzamt prüft dann automatisch, ob die Zulagen oder der Steuerabzug für dich günstiger ist -- die sogenannte Günstigerprüfung.
Wann lohnt sich der Sonderausgabenabzug besonders?
Der Steuerabzug wird umso wertvoller, je höher dein persönlicher Steuersatz ist. Hier ein Vergleich:
| Jahresbrutto | Grenzsteuersatz (ca.) | Steuervorteil (bei 1.800 EUR + 540 EUR Zulage) | Abzüglich Zulagen | Netto-Steuervorteil |
|---|
| 30.000 EUR | ca. 28 % | 655 EUR | 540 EUR | 115 EUR |
| 50.000 EUR | ca. 35 % | 819 EUR | 540 EUR | 279 EUR |
| 75.000 EUR | ca. 42 % | 983 EUR | 540 EUR | 443 EUR |
Gutverdiener profitieren also doppelt: Zulagen plus Steuererstattung. Prüfe mit unserem Brutto-Netto-Rechner, wie hoch dein Grenzsteuersatz ist und welche Steuerersparnis du erwarten kannst.
Keine Beitragsgarantie-Pflicht: Das ändert alles
Der wohl wichtigste Unterschied zur gescheiterten Riester-Rente: Die 100-Prozent-Beitragsgarantie ist Geschichte. Du kannst künftig zwischen drei Garantiestufen wählen:
| Garantiestufe | Risiko | Erwartete Rendite | Für wen geeignet? |
|---|
| 0 % (keine Garantie) | Höher | 6-8 % p.a. (historisch) | Junge Sparer mit 30+ Jahren Anlagehorizont |
| 80 % Garantie | Mittel | 3-5 % p.a. (Schätzung) | Mittleres Alter, moderates Risiko |
| 100 % Garantie | Gering | 1-3 % p.a. (Schätzung) | Kurz vor Rente, Sicherheit ist Priorität |
Warum ist das so bedeutend? Die Beitragsgarantie der Riester-Rente war ihr größter Renditekiller. Anbieter mussten sicherstellen, dass zum Rentenbeginn mindestens alle eingezahlten Beiträge vorhanden sind. In Zeiten niedriger Zinsen bedeutete das: Fast das gesamte Geld landete in renditeschwachen Anleihen statt in Aktien.
Ein Rechenbeispiel zeigt den Unterschied:
Monatliche Einzahlung von 150 Euro über 30 Jahre (ohne Zulagen):
| Garantiestufe | Angenommene Rendite | Endkapital | Differenz zu 0 % |
|---|
| 0 % (ETF-basiert) | 7 % p.a. | ca. 182.000 EUR | -- |
| 80 % Garantie | 4 % p.a. | ca. 104.000 EUR | - 78.000 EUR |
| 100 % Garantie | 2 % p.a. | ca. 73.000 EUR | - 109.000 EUR |
Der Verzicht auf die Garantie kann also über 30 Jahre mehr als 100.000 Euro Unterschied ausmachen. Natürlich schwanken Aktienmärkte -- aber wer einen Anlagehorizont von 20 Jahren oder mehr hat, hat historisch mit einem breit gestreuten ETF noch nie Verlust gemacht. Berechne verschiedene Szenarien mit unserem Sparrechner oder direkt im Altersvorsorgedepot-Rechner.
Kostendeckelung: Maximal 1,0 Prozent für das Standardprodukt
Eine wichtige Last-Minute-Änderung des Finanzausschusses: Die maximalen Effektivkosten für das Standardprodukt wurden von 1,5 auf 1,0 Prozent gesenkt. Das ist ein großer Gewinn für Sparer, denn Kosten sind neben der Rendite der wichtigste Faktor für den Vermögensaufbau.
Warum 0,5 Prozentpunkte weniger so viel ausmachen
Kosten wirken wie eine negative Rendite -- und sie fressen sich über Jahrzehnte hinweg tief ins Vermögen:
| Kostenquote | Endkapital nach 30 Jahren (bei 7 % Bruttorendite, 150 EUR/Monat) | Kosten-Differenz |
|---|
| 0,2 % (günstiger ETF) | ca. 175.000 EUR | -- |
| 1,0 % (neues Maximum) | ca. 152.000 EUR | - 23.000 EUR |
| 1,5 % (alter Entwurf) | ca. 137.000 EUR | - 38.000 EUR |
| 2,5 % (typischer Riester-Vertrag) | ca. 112.000 EUR | - 63.000 EUR |
Die Senkung von 1,5 auf 1,0 Prozent spart dir über 30 Jahre rund 15.000 Euro -- Geld, das in deiner Rente statt in den Taschen der Anbieter landet.
Keine Vorabpauschale in der Ansparphase
Ein weiterer handfester Steuervorteil: In der Ansparphase fällt keine Vorabpauschale an. Das bedeutet, dass dein investiertes Kapital vollständig und ohne jährliche Steuerbelastung wachsen kann. Bei einem normalen ETF-Depot im Privatvermögen musst du dagegen jedes Jahr Vorabpauschale auf die Wertsteigerung zahlen -- ein spürbarer Nachteil, den wir in unserem Artikel zur Vorabpauschale 2026 ausführlich erklärt haben.
Auch Umschichtungen -- etwa der Wechsel von einem Aktien-ETF in einen Anleihen-ETF kurz vor Rentenbeginn -- sind im Altersvorsorgedepot steuerfrei. In einem normalen Depot würden auf realisierte Gewinne 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Soli anfallen. Berechne den Unterschied mit unserem Kapitalertragsteuer-Rechner.
Auszahlung: Flexible Optionen ab 65 Jahren
Die Auszahlungsphase beginnt frühestens mit 65 Jahren und bietet deutlich mehr Flexibilität als die Riester-Rente:
- Bis zu 30 Prozent Teilkapitalauszahlung: Du kannst dir zu Rentenbeginn bis zu 30 Prozent deines Kapitals auf einen Schlag auszahlen lassen -- etwa für einen Wohnungskauf, eine Weltreise oder die Tilgung einer Restschuld
- Keine Verrentungspflicht: Du musst dein Kapital nicht in eine lebenslange Rente umwandeln. Ein flexibler Auszahlplan ist ebenfalls möglich
- Nachgelagerte Besteuerung: Die Auszahlungen werden mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert -- der im Alter typischerweise deutlich niedriger liegt als im Berufsleben
Plane deine Entnahme-Strategie mit unserem Entnahmeplanrechner, um zu sehen, wie lange dein Kapital bei verschiedenen Entnahmeraten reicht.
Selbstständige erstmals förderberechtigt
Eine historische Neuerung: Erstmals sind auch Selbstständige und Freiberufler für die staatliche Altersvorsorgeförderung berechtigt. Bisher war die Riester-Förderung an eine Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung gekoppelt -- Selbstständige waren außen vor.
Das ist eine große Sache, denn gerade Selbstständige haben oft Lücken in ihrer Altersvorsorge. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung verfügen Solo-Selbstständige im Median über deutlich weniger Altersvorsorge als Angestellte. Das Altersvorsorgedepot bietet ihnen jetzt einen steuerlich geförderten Rahmen für den systematischen Vermögensaufbau.
Riester-Wechsel: So überträgst du deinen alten Vertrag
Hast du noch einen Riester-Vertrag in der Schublade? Dann kommt hier eine gute Nachricht: Du kannst dein angespartes Riester-Guthaben ohne Rückzahlung der Zulagen in das neue Altersvorsorgedepot übertragen. Die bisher erhaltenen Zulagen und Steuervorteile bleiben dir also erhalten.
So gehst du vor (ab 2027):
- Neues Altersvorsorgedepot bei einem Anbieter deiner Wahl eröffnen
- Übertragungsantrag beim neuen Anbieter stellen
- Der neue Anbieter wickelt den Wechsel ab -- dein Riester-Guthaben fließt ins neue Depot
- Im neuen Depot kannst du das Geld in ETFs und Fonds deiner Wahl investieren
Tipp: Prüfe vor dem Wechsel, ob dein Riester-Vertrag eine Beitragsgarantie hat und wie hoch das aktuelle Guthaben im Vergleich zur Garantiesumme ist. Bei Verträgen, die deutlich unter dem Garantiebetrag liegen, kann es sinnvoll sein, die Garantie erst greifen zu lassen.
Frühstart-Rente: 10 Euro monatlich für jedes Kind
Das Altersvorsorgereformgesetz enthält auch die Frühstart-Rente, die wir in einem eigenen Artikel ausführlich vorgestellt haben. Die wichtigsten Eckpunkte:
- 10 Euro monatlich vom Staat für jedes Kind zwischen 6 und 18 Jahren
- Einzahlung in ein Altersvorsorgedepot
- Maximale Förderung: 1.440 Euro pro Kind (12 Jahre x 12 Monate x 10 Euro)
- Bei 7 Prozent Rendite bis zum Rentenalter: potenziell über 40.000 Euro
- Eltern können zusätzlich eigenes Geld einzahlen
Die Frühstart-Rente startet ebenfalls am 1. Januar 2027. Berechne mit dem Zinsrechner, wie sich die 10 Euro monatlich über verschiedene Zeiträume entwickeln.
Großes Rechenbeispiel: 30 Jahre Altersvorsorgedepot mit finalen Zulagen
Schauen wir uns an, was die beschlossenen Konditionen konkret bedeuten -- mit einem realistischen Rechenbeispiel für eine Familie.
Ausgangssituation:
- Paar, beide 32 Jahre alt, ein Kind (3 Jahre)
- Monatliche Einzahlung: 150 Euro (1.800 Euro/Jahr)
- Anlagehorizont: 33 Jahre (bis Alter 65)
- Angenommene Rendite: 7 Prozent p.a. (historischer Durchschnitt MSCI World)
- Garantiestufe: 0 Prozent (reine ETF-Anlage)
| Position | Jährlich | Über 33 Jahre |
|---|
| Eigenbeitrag | 1.800 EUR | 59.400 EUR |
| Grundzulage | 540 EUR | 17.820 EUR |
| Kinderzulage (bis Kind 25 = ca. 22 Jahre) | 300 EUR | 6.600 EUR |
| Berufseinsteigerbonus (einmalig) | -- | 200 EUR |
| Summe Einzahlungen | | 84.020 EUR |
| Erwartetes Endkapital bei 7 % Rendite | | ca. 310.000 EUR |
Aus rund 59.400 Euro Eigenbeitrag werden dank Zulagen und Zinseszinseffekt potenziell über 310.000 Euro. Das ist die Kraft von staatlicher Förderung plus langfristigem Investieren. Spiele verschiedene Szenarien mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner durch.
Was bedeuten 310.000 Euro für die Rente?
Mit einem Entnahmeplan über 25 Jahre (von 65 bis 90) könntest du dir bei 4 Prozent Rendite im Ruhestand monatlich rund 1.550 Euro vor Steuern auszahlen lassen. Oder du wählst die Variante mit 30 Prozent Sofort-Auszahlung: Dann bekommst du 93.000 Euro auf einen Schlag und aus dem Rest eine monatliche Entnahme von rund 1.085 Euro. Teste deine Wunsch-Variante mit dem Entnahmeplanrechner.
Altersvorsorgedepot vs. ungefördert investieren: Was bringt mehr?
Eine berechtigte Frage: Lohnt sich das Altersvorsorgedepot überhaupt gegenüber einem normalen ETF-Depot? Schließlich muss man die Auszahlungen im Alter versteuern. Hier der Vergleich:
| Merkmal | Altersvorsorgedepot | Normales ETF-Depot |
|---|
| Staatliche Zulagen | Bis zu 540 EUR + Kinderzulagen | Keine |
| Sonderausgabenabzug | Ja | Nein |
| Steuern in Ansparphase | Keine (keine Vorabpauschale) | Vorabpauschale jährlich |
| Steuern bei Umschichtung | Keine | 25 % Abgeltungssteuer auf Gewinne |
| Besteuerung der Auszahlung | Voller persönlicher Steuersatz | 25 % Abgeltungssteuer (mit Teilfreistellung) |
| Verfügbarkeit | Ab 65 Jahren | Jederzeit |
| Max. Einzahlung gefördert | 1.800 EUR/Jahr | Unbegrenzt |
Das Fazit: Für die ersten 1.800 Euro jährlicher Sparrate ist das Altersvorsorgedepot in fast allen Fällen die bessere Wahl -- allein die Zulagen machen den Steuernachteil bei der Auszahlung mehr als wett. Alles über 1.800 Euro hinaus solltest du parallel in ein normales ETF-Depot investieren, um maximale Flexibilität zu behalten.
Was du jetzt tun solltest: 5 konkrete Schritte
Das Gesetz ist beschlossen, der Start am 1. Januar 2027 steht fest. So bereitest du dich optimal vor:
1. Rechne deine persönliche Förderung aus
Nutze den Altersvorsorgedepot-Rechner, um zu sehen, wie viel Zulage du bekommst und wie sich dein Kapital über die Jahre entwickelt. Probiere verschiedene Einzahlungshöhen aus -- oft reichen schon 30 Euro monatlich, um die erste Förderstufe voll auszuschöpfen.
2. Prüfe deinen bestehenden Riester-Vertrag
Falls du einen Riester-Vertrag hast: Fordere einen aktuellen Kontostand an und vergleiche Guthaben, Zulagen und Kosten. Ab 2027 kannst du ohne Zulagen-Rückzahlung wechseln.
3. Plane dein Budget
Die optimale Einzahlung liegt bei 150 Euro monatlich (1.800 Euro/Jahr) -- damit bekommst du die volle Grundzulage. Prüfe mit dem Brutto-Netto-Rechner, wie viel Netto du aktuell hast und wo sich 150 Euro im Budget unterbringen lassen.
4. Informiere dich über ETFs
Das Altersvorsorgedepot spielt seine Stärke aus, wenn du in breit gestreute, kostengünstige ETFs investierst. Ein MSCI World oder FTSE All-World ETF mit Kosten unter 0,3 Prozent ist für die meisten Sparer die richtige Wahl.
5. Warte auf die Anbieter-Vergleiche
Ab Herbst 2026 werden die ersten Anbieter ihre Altersvorsorgedepot-Produkte vorstellen. Vergleiche die Konditionen sorgfältig -- achte vor allem auf die Effektivkosten und die Auswahl an ETFs.
Häufig gestellte Fragen zum Altersvorsorgedepot
Ab wann kann ich ein Altersvorsorgedepot eröffnen?
Das Altersvorsorgereformgesetz tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Ab diesem Datum können Finanzinstitute Altersvorsorgedepots anbieten. Einige Banken und Online-Broker werden voraussichtlich schon im Herbst 2026 die Vorregistrierung starten. Du kannst dich schon jetzt mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner vorbereiten und deine optimale Sparrate berechnen.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch mit wenig Geld?
Ja, besonders sogar. Wer nur 30 Euro im Monat einzahlt (360 Euro/Jahr), erhält 180 Euro Zulage -- das sind 50 Prozent Förderquote. Bei höheren Beträgen sinkt die relative Förderquote. Das Altersvorsorgedepot ist also gerade für Geringverdiener und Berufseinsteiger attraktiv.
Kann ich mehr als 1.800 Euro pro Jahr einzahlen?
Ja, du kannst bis zu 6.840 Euro pro Jahr und Vertrag einzahlen, und du darfst maximal zwei Verträge besitzen. Allerdings werden nur die ersten 1.800 Euro staatlich gefördert. Alles darüber wächst zwar steuerfrei in der Ansparphase, bekommt aber keine Zulagen. Ob sich das lohnt oder ob du den Überschuss lieber in ein normales ETF-Depot steckst, hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Was passiert, wenn ich vor 65 das Geld brauche?
Eine vorzeitige Entnahme ist grundsätzlich möglich, aber du musst dann die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen -- eine sogenannte "schädliche Verwendung". Deshalb ist es wichtig, parallel einen Notgroschen für kurzfristige finanzielle Engpässe aufzubauen.
Muss ich mein Geld verrenten lassen?
Nein, eine Verrentungspflicht gibt es nicht. Du kannst dein Kapital als flexiblen Auszahlplan gestalten, bis zu 30 Prozent als Einmalzahlung nehmen oder auch eine klassische Leibrente wählen. Diese Flexibilität ist ein großer Fortschritt gegenüber der Riester-Rente.
Sind Selbstständige förderberechtigt?
Ja, zum ersten Mal in der Geschichte der staatlich geförderten Altersvorsorge sind auch Selbstständige und Freiberufler berechtigt. Du musst nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sein, um die Zulagen und den Sonderausgabenabzug zu erhalten.
Dieser Artikel wurde am 28. März 2026 veröffentlicht und basiert auf dem am 27. März 2026 vom Bundestag beschlossenen Altersvorsorgereformgesetz. Alle Angaben entsprechen dem finalen Gesetzestext. Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche oder finanzielle Beratung.